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Forum der Mitarbeitervertretungen in Hofgeismar war erfolgreich

„Verbunden sind auch die Schwachen mächtig.“ So eröffnete der Vorsitzende Reinhard Haas das erste Forum der Ständigen Konferenz der Gesamtausschüsse der Mitarbeitervertretungen (StäKo) Anfang September 2018 in der Evangelischen Tagungsstätte Hofgeismar. Als Solidargemeinschaft besteht die StäKo zwar schon 35 Jahre. Doch erst vor vier Jahren regelt das Mitarbeitervertretungsgesetz (MVG), s. § 54 und 55a), dass die örtlichen Mitarbeitervertretungen (MAV) unterstützt werden müssen durch landeskirchliche Ausschüsse. Diese bilden gemeinsam die StäKo. Erstmals hat die StäKo eingeladen zum Austausch der Mitglieder der landeskirchlichen Gesamtausschüsse (GA). „Grenzen, die uns gesetzt sind, zu weiten“, sieht Haas als wichtige Aufgabe. Dabei gehe es letztlich darum, Arbeitsbedingungen für die GA zu verbessern. 80 Mitglieder der GA und der Gesamtmitarbeitervertretung der EKD folgten der Einladung, alle angesprochenen Organisationen waren auf dem Forum vertreten. Ziel dieser Veranstaltung war es, den Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmenden zu fördern und ihnen Impulse für die Arbeit in den gliedkirchlichen Gesamtausschüssen zu geben, vgl. § 55b b) MVG.EKD.

Die Juristin und Personalentwicklerin Ulrike Gaffron brachte mit dem Impulsvortrag „Die vielfältigen Aufgaben der Gesamtausschüsse nach § 55 MVG.EKD“ die Teilnehmenden über die Grenzen des Gesamtausschusses hinweg dazu, sich über die Anforderungen an die GA Gedanken zu machen und über die benötigten Ressourcen zu diskutieren. An der Veranstaltung beteiligten sich die Gesamtausschüsse, indem sie Themen, die in ihrer Arbeit eine wichtige Rolle spielen, im Rahmen von Workshops für andere GA-Mitglieder aufbereiteten. Zur „Fortbildungsarbeit“ schlossen sich die GA Rheinland und Bremen zusammen, „Teamentwicklung und Motivation“ boten die GA Pfalz und Bremen an, Infos zum Datenschutz gab es vom GA der Landeskirche Hannover, ihr Kommunikationskonzept stellte die LakiMAV (Landeskirchen-MAV) Württemberg vor und Ulrike Gaffron gab Impulse zu Gesprächstechniken. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, zwei verschiedene, jeweils 90 Minuten dauernde, Workshops zu besuchen. Eine zweite gegenseitige Informationsmöglichkeit bildete der „Markt der Möglichkeiten“. Am Abend stellten alle GA an Ständen wenigstens eine gelungene Aktion, Bearbeitung, Planung oder ein Thema vor, das für die anderen GA von Interesse sein konnte. Zwei Stunden hatten die Besucher nun die Möglichkeit, sich treiben zu lassen, bei für sie interessanten Themen zu verweilen und sich durch die am Stand anwesenden Mitglieder näher darüber informieren zu lassen. So erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Erfahrungsaustausch in kompakter Form. Angeboten wurden Impulse zu Dienstvereinbarungen, zur Öffentlichkeitsarbeit, zu Fortbildungskonzepten, zur Vernetzung, zum Aufbau eines GA, zur Sitzungskultur, zu MAV-Wahlen sowie ein MAV-Spiel. Der Abend klang in geselligen Runden mit intensiven Gesprächen aus.

Nach einer Morgenandacht des Direktors der Evangelischen Akademie Hofgeismar, Karl Waldeck, und der zweiten Workshop-Phase stand die Auswertung der Veranstaltung in moderierten Kleingruppen auf dem Programm. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich zu den Fragen „Was setzen wir in unseren GA vor Ort um?“, „Welche Rahmenbedingungen müssen sich in den Gliedkirchen für die Arbeit der GA verbessern?“ und „Welche Forderungen haben wir an die StäKo und an die EKD?“ aus und die Gruppe formulierte dazu jeweils den für sie dringlichsten Aspekt. Die Aspekte wurden unter Moderation von Hartmut Schneider, LakiMAV Kurhessen-Waldeck, in das Abschlussplenum eingebracht. Die Liste der Wünsche und Forderungen der GA ist lang. Verbindliche Mindeststandards für alle GA zu schaffen, ist der wichtigste Aspekt. Dazu zählen Grundsätze für eine Freistellung aller Akteure und die Rahmenbedingungen für eine Professionalisierung der Arbeit wie beispielsweise durch eine frei zugängliche und neutrale Rechtsberatung. Nicht zuletzt ist es wichtig, Vereinbarungen über ein auskömmliches Budget zu treffen. Die StäKo soll künftig nachhaltig für die Verbesserung der Standards gegenüber der EKD eintreten und den GA juristisch fundierte Argumente für die Auseinandersetzung vor Ort in den Landeskirchen zur Verfügung stellen – so kann die Solidargemeinschaft gelebt werden.

Alle waren sich nach den 24 Stunden Forum einig: „Es war das erste StäKo-Forum, das nächste darf aber nicht zu lange auf sich warten lassen.“ Der Vorsitzende der StäKo, Reinhard Haas, bat in seinem Schlusswort die Anwesenden darum, „den jeweils zwei aus den GA in die StäKo entsandten Mitglieder für diese Aufgabe im jeweiligen GA Rückhalt zu geben, damit der Zusammenhalt weiter wachsen kann“. Er versicherte, dass sich die StäKo deutlich zu Wort melden werde und dies auch die GA in ihren Gliedkirchen tun sollen. Mit einem Gedanken von Laotse schloss er die Veranstaltung: „Alles Schwere auf Erden beginnt stets als Leichtes. Alles Große auf Erden beginnt stets als Kleines.“

Ulrike Gaffron, Juristin und Personalentwicklerin, LakiMAV Württemberg
Ralf Porps, Theologe und Journalist, Gesamtausschuss der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche

 

Zum Abschluss der Veranstaltung formulierten die Teilnehmenden Forderungen und Wünsche. Foto: StäKo